Bad

  • Kurhaus 1938 (Foto: Ritschel)

Das Bade- und Kurwesen ist eng mit dem Salinist Carl Christian Friedrich Glenck und dem Mediziner Dr. Adolf Sturm verbunden. Glenck entdeckte im Jahre 1830 nach mehreren Bohrungen die Solequelle „Heinrichshall“ in der Köstritzer Flur. Im Folgejahr wurde die neue Saline eingeweiht, die reichliche Mengen produzierte.

Bei der Erschließung neuer Absatzmärkte des kostbaren Rohstoffes begann im Jahre 1845 der Mediziner und jüngere Bruder des Köstritzer Ehrenbürgers Julius Sturm, Dr. Adolf Sturm den Kurbetrieb auf privater Basis. In seiner Badepraxis verschrieb er Rheumapatienten Solebäder. 20 Jahre später eröffnete Sturm ein neues Kurhaus und behandelte bis zu 400 Kurgäste jährlich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen des Leipziger Universitätsprofessors Dr. Carl Ernst Bock. Der Kurbetrieb brachte den Ort durch das angeschlossene Restaurant, Hotels und Pensionen wirtschaftlichen Aufschwung.

Wegen dem Rückgang der Soleproduktion und der zunehmenden Verschmutzung der Weißen Elster zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand der Köstritzer Bade- und Kurbetrieb vorerst sein Ende.

Erst in den 1920er-Jahren erfuhr der Kurbetrieb eine Wiederbelebung, so dass im Jahre 1926 Köstritz den Titel „Bad“ erhielt und im Jahr darauf das Stadtrecht.

1936 erwarb der Pächter der Köstritzer Schwarzbierbrauerei Rudolf Zersch die Kureinrichtung, um im Haupthaus eine Gaststätte zu führen. In diesem Zusammenhang legte er auch das Rosarium an. Wegen Kapitalmangel konnte die Badeeinrichtung nicht modernisiert werden, so dass der Kurbetrieb wieder zurückging.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Sozialversicherung und später der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund den Kurbetrieb als Sanatorium mit bis zu 2.500 Patienten pro Jahr. Im Dezember 1992 wurde der Sanatoriumsbetrieb eingestellt und die Anlage von der Thüringer Landesregierung treuhänderisch verwaltet.

Eine schwedische Investorengruppe übernahm die Immobilie im Jahre 1996, riss das marode Sanatorium im Folgejahr ab und errichtete auf dem Gelände die Seniorenresidenz Karlskrona, ein Pflegeheim, das seit 2008 das moderne Seniorenzentrum Azurit beherbergt.

Die Azurit-Gruppe – benannt nach dem azurblauen Mineralstein – betreibt deutschlandweit über 45 Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Am Standort Bad Köstritz werden in der weitläufigen Anlage 196 Pflegeplätze in wohnlichen Einzel- und Doppelzimmern und 49 Wohneinheiten „Wohnen mit Service“ angeboten. In familiärer Atmosphäre erleben die Bewohner nicht nur eine aktivierende Pflege und Betreuung, sondern auch ein vielseitiges Beschäftigungs- und Veranstaltungsangebot.

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